Von:
Uta Schmechta

e-christkind.de

Viele Weihnachtslegenden erzählen von Kindern, die den neugeborenen Jesus in der Krippe beschenken. In Weihnachtsspielen brachten die „Christkinder“ dem Jesuskind Geschenke. Meist waren es Mädchen in goldglänzenden Kleidern oder im Engelskostüm. Von da aus ist es nur ein kleiner Schritt zum Nürnberger Christkind.

Die Nürnberger wählen alle zwei Jahre aus einer ganzen Reihe von Kandidatinnen das nächste Christkind. Dies sollte dafür schon einiges „mitbringen“, schwindelfrei und textsicher sein. Nach dem großen Eröffnungs-Auftritt mit dem Christkind-Prolog von der Empore der Frauenkirche absolviert das Christkind bis Weihnachten einen Marathon von Besuchen in sozialen Einrichtungen.

Nürnberg kann sich mit der Christkind-Tradition auf Martin Luther berufen. Er hat das Christkind im Elsaß „entdeckt“, dann praktisch für seine Kinder neu erfunden und bekannt gemacht. Es beschenkt die Kinder in der Nacht zum 25. Dezember. Mit dem leisen Klingeln des Glöckchens hinter verschlossenen Türen verbindet sich das magische Gefühl der Spannung und des Versprechens. Auch wenn Kinder merken, dass Christkind irgendwie bekannt wirkt – diese Entzauberung wird elegant umschifft durch die Idee, dass Eltern dem Christkind beim Geschenke austeilen ja unter die Arme greifen müssen. Schließlich ist es global unterwegs, beantwortet im österreichischen Ort Christkind und im grönländischen Nuuk die Wunschzettelpost der Kinder.

Wann haben Sie Ihren letzten Wunschzettel geschrieben? Ich habe gemerkt, dass Wünschen Perspektiven offen hält. Gerade auch, wenn es ein Wunsch für jemanden ist, der uns wichtig ist. Und dafür sind wir eigentlich nie zu alt.